Donnerstag, 7. April 2016

Hardins Brief (Teil 1) ~ After Truth




Ich dachte, weil es manchen vielleicht auch so geht wie mir und ich die schönen Stellen eines Buches immer wieder lesen muss, nur nicht immer die Lust habe im Buch danach zu suchen, blogge ich euch mal den wunderschönen Brief von Hardin an Tessa aus After Truth. 

Kurze Info dazu:

Band: After Truth
Kapitel:  43 ~ Tessa
Seitenanzahl: 267 - 282
Kursive gedruckt 

Ich habe den Brief in zwei Teile geteilt, weil das für einen Post echt zu viel wäre... 
>S. 267 - 279<

Tess,
da ich nicht so gut mit Worten kann, wenn es um meine innersten Gedanken geht, habe ich mir ein paar von Mr. Darcy geliehen, auf den du so stehst: "Ich schreibe ohne Absicht, dir dadurch neue Schmerzen zu bereiten oder mich zu demütigen, dass ich etwa auf Wünschen beharrte, die wir beide im Interesse unserer Gemütsruhe gar nicht schnell genug vergessen können. Die Mühe, die mir das Abfassen und dir die Lektüre eines solchen Briefes bereiten muss, hätte uns erspart bleiben können, 
wenn nicht mein guter Ruf beides erforderlich machte. Du musst mir daher die Freiheit vergeben, mit der ich deine Aufmerksamkeit in Anspruch nehme. Ich weiß, dass dein Gefühl sich nur ungern dazu bereitfinden wird; doch ich wende mich jetzt an deinen Sinn für Gerechtigkeit..."

Ich weiß, dass ich dir unendlich viele beschissene Dinge angetan habe, und dass ich dich in keiner Weise verdient habe, aber ich bitte dich - nein, ich flehe dich an -, vergiss was ich getan habe. Ich weiß, ich verlange zu viel von dir, immer, und das tut mir Leid. Wenn ich könnte, würde ich es rückgängig machen. Du bist wütend und enttäuscht, und das bringt mich um. Statt mich wieder herrauszureden, weshalb ich so bin, wie ich bin, will ich dir von mir erzählen. Von dem ich, dass du nie getroffen hast. Am besten fangeich mit dem scheiße an, an den ich mich noch erinnern kann. Da gibt es bestimmt noch mehr, aber ich schwöre dir, von heute an werde ich nichts mehr vor dir verheimlichen. Als ich etwa neun war, habe ich das Fahrrad von meinem Nachbarn gestohlen, den Reifen zerstochen und dann behauptet, ich war es nicht. Im selben Jahr habe ich einen Baseball durchs Wohnzimmerfenster geworfen und wieder gelogen. Das mit meiner Mutter und den Soldaten weißt du ja. Mein Vater ist kurz danach abgehauen, und ich war froh darüber. 

Ich hatte nicht viele Freunde, weil ich ein Arsch war. Ich habe die Kinder in meiner Stufe geärgert, und zwar ziemlich oft. Praktisch jeden Tag. Ich war meiner Mutter gegenüber Scheiße. Das war das letzte Jahr, in dem ich ihr gesagt habe, dass ich sie liebe. Auch heute noch reize ich die Leute und bin ein Arsch, deshalb kann ich nicht alles aufzählen, aber es war viel. Mit ungefähr dreizehn bin ich mir ein paar Freunden in den Drugstore bei uns in der Straße eingestiegen und habe wahllos Sachen gestohlen. Keinen Schimmer, warum wir das gemacht haben, aber als sie einen meiner Freunde drangekriegt haben, hab ich ihn so lange bearbeitet, bis er die ganze schuld auf sich genommen hat. Mit dreizehn habe ich auch meine erste Zigarette geraucht. Danach habe ich nicht mehr geraucht, bis ich mit dem Kiffen angefangen habe, aber das kommt gleich noch. 

Mit vierzehn war mein erste Mal, mit der älteren Schwester meines Kumpels Mark. Sie war damals siebzehn und echt eine Nutte. Es war eine ziemlich unbeholfene Aktion, aber gefallen hat es mir trotzdem. Sie hat es mit uns allen gemacht, nicht nur mit mir. Anschließend hatte ich keinen Sex mehr, bis ich fünfzehn war, doch danach ging es richtig los. Auf jeder Party habe ich eine aufgerissen. Ich habe ihr nie gesagt, wie alt ich war, und die Frauen hatten immer Lust. Keine hat sich irgendwie für mich interessiert, und mir waren sie auch scheiß egal. Im selben Jahr habe ich mit dem Kiffen angefangen, und dann auch mit dem trinken. Meine Freunde und ich haben die Flaschen bei ihren Eltern geklaut oder wo auch immer wir welche finden konnte. Immer öfter habe ich Schlägereien angefangen. Ein paar Mal wurde ich zusamengeschlagen, aber meistens habe ich gewonnen. Ich war immer so verdammt wütend,non-stop, und es fühlte sich einfach gut an, jemanden anderen weh zu tun. Es hat Spaß gemacht. Am schlimmsten war es mit einem Jungen Namens Tucker. Seine Familie war arm, er trug immer nur total alte Klamotten, und ich habe ihn richtig gequält. Zum Beispiel habe ich mit Filzstift Striche auf sein Shirt gemacht, nur um allen zu zeigen, wie oft er es trug, ohne es zu waschen. Fucked up, ich weiß.

Jedenfalls bin ich ihm eines Tages auf der Straße begegnet und habe ihn angerempelt, einfach nur so. Er wurde wütend und nannte mich ein Arschloch, also habe ich ihn zusammengeschlagen. Seine Nase war gebrochen, aber seine Mom hatte nicht mal genug Geld für einen Arzt. Trotzdem habe ich ihn danach immer wieder fertiggemacht. Ein paar Monate später ist seine Mutter gestorben, und er kam in eine Pflegefamilie, zu reichen Leuten, da hat er Glück gehabt. Eines Tages fuhr r an mir vorbei. Das war an meinem sechszehnten Geburtstag, und er saß in seiner nagelneuen Karre. Damals war ich so verdammt wütend, dass ich ihn am liebsten gefolgt wäre, einfach um ihn noch mal die Nase zu brechen, aber wenn ich jetzt an ihn denke, freue ich mich für ihn. 

Den Rest meines sechzehnten Lebensjahres habe ich getrunken, mich geprügel oder war high. Dasselbe gilt für das Jahr danach. Ich habe ein paar Autos geknackt, einige Fensterscheiben eingeschmissen. Mit achtzehn habe ich dann James kennengelernt. Er war cool, weil ihm alles und jeder so scheißegal war wie mir. Wir haben uns in unserer Clique jeden Tag betrunken. Abend für Abend kam ich völlig breit nach Hause und habe auf den Fußboden gekotzt. Meine Mom musste es dann aufwischen. Fast jeden Abend ist irgendwas kaputt gegangen ... Wir hatten unsere eigene kleine Gang, und keiner hat sich mit uns angelegt. Aus gutem Grund.

Dann fingen wir die Spiele an, und was mit Natalie passiert ist, weißt du. Das war das Schlimmste, ich schwöre . Ich weiß, du kannst nicht fassen, dass es mir egal war, was mit ihr passiert ist. Ich weiß selbst nicht, weshalb mich das null interessiert hat, aber so war es eben. Vorhin, auf dem Weg in dieses Motel hier, musste ich an Nathalie denken. Ich fühle mich deswegen immer noch nicht so schlecht, wie ich sollte, aber auf einmal habe ich mir vorgestellt: Was wenn das jemand mit dir macht? Als ich mir vorstellte, du wärst an Nathalies Stelle, hätte ich fast rechts ranfahren und kotzen müssen. Es war falsch, unglaublich falsch von mir. Ende von den andern Mädchen, Melissa, hat sich auch in mich verknallt, aber da lief nichts. Sie war nervig und so laut. Ich habe rumerzählt, sie hätte ein Problem mit ihrer Körperhygiene, da unten... 

Soooo Teil 2 folgt sofort also wenn ihr wissen wollte, was Hardin noch alles beichtet geht weiter, hoffe ich doch!!!























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